
Ein Rückblick auf den Ruglet Bazar in der Kastanienallee: auf Stücke, die weiterziehen, und auf die Menschen, die den Showroom für einen Tag verwandelt haben.
Um zwölf Uhr öffnete der Showroom an der Kastanienallee seine Türen. Im Laufe des Tages wechselten Kelims die Besitzer, Musik erklang zwischen den gestapelten Teppichen und für drei kurze Aufführungen wurde Platz zum Tanzen geschaffen. Vertraute Gesichter aus den frühen Jahren von Wild Heart Free Soul kamen ebenso wie Menschen, die uns an diesem Tag zum ersten Mal besuchten.
Der Ruglet Bazar knüpfte an die Bazaare an, mit denen Wild Heart Free Soul in Berlin begann. Er gab älteren Stücken einen neuen Platz und brachte Menschen zusammen, die Freude an Textilien, Musik und Fundstücken teilen.

Stücke mit einer Geschichte
Neben Vintage-Kelims aus unserer Sammlung lagen Teppiche, die Kundinnen zum Weiterverkauf gebracht hatten. Dazwischen hingen Vintage-Kleidung, Kaftane aus Indien, Seidengewänder aus Afghanistan und bestickte Textilien aus Anatolien. Schmuck, Kupferschalen aus Gaziantep und eine kleine Sammlung akustischer Vintage-Gitarren kamen hinzu.
Für die Schmuckstücke fanden wir kurz vor dem Bazar eine alte Glasvitrine aus einer Ladenauflösung in der Oderberger Straße. Solche Entscheidungen gehören zum Aufbau eines Bazars: Man stellt Dinge nebeneinander, verschiebt sie wieder und sieht, welche Verbindungen im Raum entstehen.


Musik und Bewegung zwischen den Kelims
Daniel Wang legte Jazz, Funk und Disco auf. Seine Sets begleiteten mich schon in meinen ersten Berliner Jahren. Diesmal spielte er im Showroom, während Menschen zwischen den Kelims stöberten, miteinander sprachen und zur Musik blieben.
Dreimal wurde die Musik von einer Performance abgelöst. Drei Tänzerinnen und Tänzer des Ampelos Collective improvisierten zwischen den Teppichen. Jiahui begleitete sie auf der Guzheng. Das Publikum rückte zusammen, ließ Platz und sah zu. Für einige Minuten veränderte sich die Art, wie wir den vertrauten Raum wahrnahmen.



Wer diesen Tag möglich gemacht hat
Für den Bazar wurde der Showroom neu eingerichtet: Teppiche gestapelt, Stoffe aufgehängt und Vitrinen an ihren Platz gebracht. Über der Eingangstür hängt seitdem eine goldene Discokugel. Sie blieb auch nach dem Bazar dort.
Nora plante den Tag mit uns. Francesca, Francesco und Giampo halfen bei Plakaten, Videos und Aufbau. Elisa und Teresa gestalteten den Showroom um und kümmerten sich während der Vorbereitung um viele Details. Valla Vino brachte Naturweine mit und gab den Gesprächen einen weiteren Ort. Ihnen allen gilt mein Dank.
Ebenso danke ich den Kundinnen, Freunden und Besucherinnen, die gekommen sind. Manche begleiten Wild Heart Free Soul seit über elf Jahren, andere lernten wir an diesem Tag kennen. Viele Kelims fanden neue Besitzerinnen und Besitzer.
Der Ruglet Bazar erinnerte mich daran, was die ersten Bazaare in Berlin ausgemacht hat: Textilien wurden angeschaut, in die Hand genommen und weitergegeben; daneben entstanden Gespräche, Musik und neue Bekanntschaften. Daran möchten wir mit Ruglet anknüpfen.



